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Tech Salon 2026: Warum Longevity das ultimative Business-Asset der Zukunft ist

In der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin, wo Politik und Wirtschaft aufeinandertreffen, fand am 26. Februar 2026 eine Sonderausgabe des Tech Salons von Rothschild & Co und Hinterland of Things statt. Das Thema „The Longevity Opportunity: Zwischen Life Science und neuem Asset-Lifestyle“ lockte Familienunternehmer, Investoren und die Tech-Elite in die Hauptstadt. In einer Zeit, in der Deutschland intensiv über seine globale Wettbewerbsfähigkeit debattiert, bot dieser Abend einen faszinierenden Realitätscheck: Longevity ist keine Science-Fiction mehr – es ist die nächste große Technologiewelle.

Der Realitätscheck: Ein Markt im massiven Aufwind

Moderatorin Anna-Luisa Korte (Director Brand & Content bei der Founders Foundation) eröffnete das Panel mit einem Blick auf das unglaubliche Momentum des Sektors: Allein im Jahr 2024 stiegen die globalen Investitionen in Longevity-Unternehmen um über 200% auf rund 8,5 Milliarden Dollar. Analysten gehen davon aus, dass wir in die „Execution Phase“ der Zellverjüngung eingetreten sind. Doch warum passiert das gerade jetzt?

Dr. Alexandra Bause, Mitgründerin von Apollo Health Ventures, erklärte den Durchbruch aus der Forschungsperspektive:

  • Genetische Entdeckung: Vor etwa 30 Jahren zeigte die Grundlagenforschung, dass das Ausschalten spezifischer Gene die Lebensspanne von Tieren verdoppeln kann.
  • Marktreife Medizin: Vor etwa 15 Jahren bewiesen die ersten Medikamente die Fähigkeit, die Lebensspanne von Tieren um 20–25% zu verlängern.
  • Demografische Notwendigkeit: Angesichts schrumpfender Erwerbsquoten und sinkender Geburtenraten ist „gesundes Altern“ zu einer gesellschaftlichen Notwendigkeit geworden, um eine produktive Bevölkerung zu erhalten.

Longevity als Wealth Instrument für den Mittelstand

Für Familienunternehmen und Family Offices ist dieses Thema hochgradig strategisch. Eine aktuelle Analyse der J.P. Morgan Private Bank verdeutlichte, dass zusätzliche zehn Jahre gesunder Lebensspanne die Finanz- und Nachfolgeplanung eines Family Offices grundlegend verändern werden.

Toan Nguyen, Gründer von Jung von Matt NERD und Longevity-Experte, sprach über die kulturelle Ebene. Er glaubt, dass wir in einer Ära der „Polykrisen“ einen tiefen Wunsch nach Kontrolle erleben. Der menschliche Körper wird zur „letzten Insel der Selbstwirksamkeit“.

  • Der Status-Wandel: In der Vergangenheit wurde Schlafmangel als Ehrenabzeichen getragen. Heute ist ein hoher Sleep Score das ultimative Statussymbol für High-Performer.
  • Demokratisierung: KI-Tools und erschwingliche Wearables (ab 99 $) machen tiefgehende biometrische Daten für die breite Masse zugänglich.

Investment-Strategien: Moonshots und "Shovel Sellers"

Dr. Alexandra Bause teilte wertvolle Einblicke, wie Investoren Risiken in diesem historisch binären Feld bewerten. Sie unterscheidet zwischen drei Primärkategorien:

  • Moonshots (Zell-Reprogrammierung): Hochrisiko-Investitionen wie Altos Labs (unterstützt von Jeff Bezos), die an biologischer Verjüngung arbeiten.
  • Gero-Protektoren (Die Pillen-Kategorie): Forschung an Verbindungen wie Metformin oder Rapamycin, die darauf abzielen, den Alterungsprozess zu verlangsamen.
  • Infrastruktur („Shovel Sellers“): Longevity-Kliniken und Diagnostikplattformen, welche die Biomarker generieren, um Gesundheit präzise steuerbar zu machen.


Ein massiver Beschleuniger in diesem Bereich ist die KI. Werkzeuge wie AlphaFold können heute Proteinstrukturen in Sekunden entschlüsseln – eine Aufgabe, für die Forschungsteams früher Jahrzehnte brauchten. Diese Demokratisierung von Wissen ermöglicht es auch Nicht-Experten, komplexe Gesundheitsdaten über KI-Schnittstellen zu interpretieren.

Kritik und Ethik im Fokus

Das Panel schreckte nicht vor kritischen Fragen zurück. Wird Longevity eine „biologische Klassengesellschaft“ schaffen? Alexandra Bause entgegnete, dass in der Biotech-Welt Therapien in der Regel von Versicherungen für diejenigen übernommen werden, die sie am dringendsten benötigen. Toan Nguyen wies zudem auf den „Trickle-down-Effekt“ hin: Ähnlich wie beim iPhone werden die Kosten dieser Innovationen drastisch sinken, sobald sie den Massenmarkt erreichen.

Der finale Pulse Check

In einer abschließenden Blitzrunde gaben die Experten klare Statements ab:

  • Lebt die erste Person, die 120 Jahre alt wird, heute schon? (Beide: Ja).
  • Wird Longevity-Prävention in 10 Jahren eine Standardleistung der Krankenkassen sein? (Bause: Ja, Nguyen: Nein).
  • In 15 Jahren, werden wir das biologische Alter genauso routiniert tracken wie heute unsere Schritte? (Beide: Ja).
  • Sollten Unternehmen Longevity-Budgets für ihre C-Suite bereitstellen? (Beide: Ja).
  • Würdet ihr heute eine 150.000 $ teure Pille kaufen, die das Leben um 20 Jahre verlängert? (Beide: Nein).

Der Tech Salon in Berlin machte deutlich, dass Longevity weit mehr ist als „Wellness“. Es ist ein Ökosystem, in dem Wissenschaft, Kapital und Lifestyle verschmelzen. Für den deutschen Mittelstand stellt dies eine einzigartige Chance dar, die zukünftige Lebensfähigkeit durch Prävention und Technologie zu sichern.